Ausschreibung Essay. Zählen meine Worte?
Schreiben an der Universität bedeutet oft: Hausarbeit, Protokoll, Leistungsnachweis.
Aber was passiert danach mit dem Text? Und mit dem, was darüber hinausgeht? Mit Gedanken, die nicht abschließen wollen? Mit Stimmen, die nicht zitiert, sondern gehört werden möchten? Ist die Hausarbeit für die Schublade, nur eine unerfreuliche Hürde, bis zur nächsten Hausarbeit?
Wir fragen: Zählen Eure Worte? Zählen meine Worte?
Und laden euch ein, diese Frage in einem Essay zu erkunden. Was zählt im akademischen Raum? Wer bestimmt, was Relevanz hat? Zählen Worte nur, wenn sie benotet oder veröffentlicht werden – oder beginnt Bedeutung schon im Formulieren selbst?
Gesucht wird: Ein Essay. Ein Versuch. Ein Text, der sich tastend, kritisch oder poetisch mit dieser Frage auseinandersetzt.1
Wir laden ein, das Schreiben (auch an der Universität) neu zu denken – persönlich, politisch, theoretisch, literarisch, performativ.
Einsendeschluss: 1. Oktober 2026
an: contact[at]lab-lea.de
Was danach mit eurem Text geschieht, entscheidet ihr: Lektorat? Veröffentlichung? Gespräch?
- der Essay interessiert uns als Form, aber nicht der leitfadengerichtete, wissenschaftlich strukturierte Essay. Mit Theodor W. Adorno „ […] ähnelt der Essay einer ästhetischen Selbständigkeit, die leicht als der Kunst bloß entlehnt angeklagt wird, von der er gleichwohl durch sein Medium, die Begriffe, sich unterscheidet und durch seinen Anspruch auf Wahrheit […]“ ↩︎